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Pegel Köln vom 07.12.2019
265.00 cm Ganglinie Aktuell | Pegelarchiv
Letzter Stand: 18:30 Uhr
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Das Auenviertel

Überschwemmungsgebiet Rodenkirchen (hell) im Kölner Süden bei einem Pegelstand von 11,30m Kölner Pegel (KP) = Jahrhunderthochwasser

Das Auenviertel ist ein Teil des älteren Stadtteils Rodenkirchen. Die Bebauung  in Rheinnähe stammt aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts. Wie auch die übrigen Stadtteile von Köln in Rheinnähe, ist er immer hochwassergefährdet gewesen.

Seit der Rheinregulierung  [1817, eingeleitet von Tulla (1770-1828)], die der Wasserführung bei den verschiedenen Wasserständen im Jahreswechsel Rechnung tragen sollte,  überflutete der Rhein nur noch selten die Ufer. Das hat sich in den vergangenen 50 Jahren erheblich geändert: Die höheren Hochwässer wurden zahlreicher.

Bei der ersten Hochwasserschutzmaßnahme in der jüngeren Zeit schützte sich die Stadt Köln bis zu einem Kölner Pegel (KP) von 10m. Der Schutz reichte im Süden allerdings nur bis an die alte Ortsgrenze von Rodenkirchen (etwa bis zur Autobahnbrücke). Im sogenannten Auenviertel fehlt bis heute ein wirksamer Schutz auch gegen niedrige Hochwässer: Bereits bei 8m KP wird die Uferstraße überflutet und bei 9m KP sind schon die Straßen in der zweiten Reihe betroffen. Die Häuser stehen dann "mit den Füßen" im Wasser und die Einwohner brauchen Gummistiefel oder Wathosen, um sie zu verlassen.

Im Rahmen der Vervollkommnung des Hochwasserschutzes für Köln hat sich, nachdem  ein Hochwasser von 1995 10,59m KP erreichte, bei den städtischen Behörden die Einsicht durchgesetzt, daß den Bürgern des unteren Auenviertels nach dem Gleichheitsprinzip ebenfalls Hochwasserschutz zusteht.

Bei der Planung für einen solchen Schutz  sollen sogenannte "Jahrhundert-Hochwässer", bei denen man mit einer maximalen Höhe von 11,30m KP rechnet, berücksichtigt werden. Allerdings zieht sich die Planungszeit mehr und mehr in die Länge.

Bis heute hat es (Gott sei Dank) kein nennenswert hohes Hochwasser mehr gegeben, das den geschützten Teil der Stadt Köln beeinträchtigen konnte. Das Auenviertel wäre aber bereits 1999 wieder überschwemmt worden, wenn nicht der Leiter der Hochwasserschutzzentrale (Herr Vogt) Initiative ergriffen und den Erwerb einer temporären Schutzeinrichtung veranlasst  hätte (Aqua Barrrier), die sich vorzüglich bewährt hat. Mit diesem System konnte ein Hochwasser von 9m KP zurückgehalten werden.

Die Bürger im Auenviertel haben eine enge Beziehung zu Strom und Deichvorland und beschäftigen sich zum Teil intensiv mit den Möglichkeiten zur dauerhaften Minderung der Hochwassergefahr.

Mit Hilfe von Bildinformationen bemühe ich mich, auf meinen Seiten [Link siehe unten] Einblicke zu verschaffen, die zeigen, was in vergangenen Jahrzehnten im Hochwasserschutz versäumt worden ist und was allein aus Nachlässigkeiten bei der Pflege des Deichvorlandes zu stetig steigender Hochwassergefahr beiträgt.

hjanton@uni-koeln.de

Gedanken zum Hochwasserschutz  (Website von Prof. Dr. H.J. Anton)

[HJA]