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Pegel Köln vom 14.12.2018
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Pumpen

Mittwoch, 06. August 2008 um 10:57 Uhr

Ralf P. Wackers

Nach den Hochwasserwochen flatterten uns Prospekte von verschiedenen Baumärkten ins Haus. Allen gemeinsam war das Angebot von Pumpen und Zubehör. Ein Vergleich der Leistungswerte war jedoch schwierig, da verschiedene Maßangaben benutzt wurden. Als Beispiel : Pumpe A hat "nur" eine Leistung von 1,5 l/s, Pumpe B dagegen eine Leistung von 5,4 m³/h. Pumpe A war eine Tauchpumpe, Pumpe B dagegen nicht.

Um die Pumpleistung umrechnen zu können, hier einige Umrechnungshilfen:
1 m³ = 1000 dm³ = 1000 l
1 Stunde = 60 Minuten = 3600 Sekunden

Pumpleistung der Pumpe A : 1,5 l = 1,5 / 1000 = 0,0015 m³. Die Pumpleistung in einer Stunde ist dann 0,0015 x 3600 = 5,4 m³/h und somit gleich mit der Pumpe B.

In den Prospekten gibt es 2 Arten von Pumpen : Ein Typ, der das Wasser über einen Schlauch ansaugt, und ein anderer, der direkt in das Wasser gestellt wird und im Boden Ansauglöcher besitzt. Beiden gleich ist, dass sie nur pumpen können, wenn der Ansaugbereich voll Wasser ist. Bei der Pumpe mit dem Ansaugschlauch muss der Schlauch immer per Hand voll Wasser gefüllt werden, wenn er durch momentanen Wassermangel leer wurde. Dieses Problem besteht bei der Tauchpumpe nicht. Sie kann direkt in das Wasser gestellt werden. Sollte zu wenig Wasser vorhanden sein, schaltet ein Schwimmer-Schalter die Pumpe aus, bis wieder genügend Wasser vorhanden ist. Leerlaufende Pumpen können leicht überhitzt werden, da normalerweise die Motorkühlung über das durchfließende Wasser erfolgt.
Aus diesen Gründen eignet sich für uns in der Regel nur eine Tauchpumpe. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass die Lager in der Pumpe "dauergeschmiert" sind.

Was kann ich pumpen?

Bei Hochwasser kann es zwei "Arten" von Wasser im Keller geben:
1. Das relativ saubere Grundwasser (Drängewasser).
Es wird durch die Ritzen in Mauern und Fundament gedrückt und kann feinen Sand mitführen.
2. Das stark verschmutzte Oberflächenwasser.
Durch die bei Hochwasser auftretenden Ölunfälle (Ursache: berstende und aufgeschwemmte Öltanks) ist dieses Wasser meist heizölbelastet. Auch hier finden wir Sand, aber auch reichlich Schwebeteile (feiner Schlamm, Fäkalien, mitgeschwemmter Müll, Blätter, usw.).
Deshalb sollte die Pumpe Schmutzteilchen bis zu einer bestimmten Größe (Körnung) aushalten können und sollte für größere Schwebeteile ein Sieb in der Ansaugöffnung besitzen. Zudem muß sie aus ölfesten Materialien gebaut sein.
Wir haben uns Industriepumpen angesehen, die z.B. in Chemiefirmen genutzt werden. Die kleineren Typen liegen preislich bei 150 bis 200 Euro. Solche Pumpen entsprechen der DIN-Norm IP68, d.h. sie sind wasserdicht und können komplett unter Wasser gestellt werden.

Benutzung einer Pumpe

Die Pumpe wird an die tiefste Stelle des auszupumpenden Raumes gestellt. Da der Strom in diesen Überschwemmungsräumen abgeschaltet sein sollte, muss die Spannung über ein Verlängerungskabel zur Pumpe gebracht werden. Hier sollte ein Gummikabel (Feuchtraumkabel) mit Gummistecker verwendet werden. Die Steckerverbindung muss unbedingt aus dem Wasserbereich gehalten werden (Sicheres Aufhängen an der Decke!). Die Schläuche sollten so kurz wie möglich sein und mit so wenig Steigung wie möglich angebracht werden. Sollten die Schläuche an z.B. Fensterkanten abknicken (je dicker der Schlauch, desto weicher ist er), kann man mit einer fest an die Wand montierten Rohrkonstruktion mit Bögen einen Leistungsabfall vermeiden. Ohnehin nimmt die Leistung der Pumpe mit der Förderhöhe ab.

Noch ein Wort zum Kellerauspumpen:

Die Feuerwehr warnt generell vor leichtsinnigem (= gedankenlosem) Leerpumpen. Das Eindringen des Wassers in Keller zeigt an, dass das Kellergeschoss außen von Wasser umgeben ist. Wasser hat eine Masse von 1 kg/Liter bzw. 1 t/m³. Auf 1 m² Bodenfläche wirkt also bei einer Wassersäule von 1m eine Gewichtskraft von 1 t. Wenn das Wasser 1 m um den Keller herum steht und der Keller leergepumpt wird, dann drückt das Wasser auch von unten auf das Fundament mit rund 1 t je m². Auf einen Kellerboden mit einer Fläche von 60 m², wirkt also auch ein Druck entsprechend 60 t. Das hält manches Fundament aber nicht mehr aus. Risse bilden sich im Boden, und im schlimmsten Fall bricht das Fundament auf . Das eindringende Wasser schwemmt Sand aus dem Fundament heraus - Sand, der normalerweise dafür sorgt, dass die größeren Kiessteine in einem Sandbett lagern. Fehlt der Sand, so richten sich die Kieselsteine neu aus und sacken in sich zusammen. Ein Absacken des Fundamentes und Setzrisse in den Wänden sind die Folge.
Daher sollte man im Zweifel lieber etwas Wasser im Keller lassen, um einen Gegendruck zu erzeugen und den Kellerboden zu entlasten.