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Pegel Köln vom 19.11.2019
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Letzter Stand: 17:30 Uhr
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Übergabe des Rückhalteraums Mechtersheim (Rheinland-Pfalz)

27.06.2013 (KÖLN/Mechtersheim): Rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken eröffnet weiteren gesteuerten Polder

Übergabe Polder Wörth-Jockgrim (24.05.2013): BI-Hochwasser und HWNG Rhein grüßen mit Bannern

>>> erste Schlaglichter HIER bei facebook - morgen (So) mehr


Zu der heute stattfindenden Übergabe der Hochwasserrückhaltung Mechtersheim gratuliert die BI Hochwasser Köln-Rodenkirchen und die Hochwassernotgemeinschaft Rhein, und möchte stellvertretend für Tausende von Menschen am Niederrhein symbolisch Danke sagen.

Das ist nach der Einweihung des Polders Wörth/Jockgrim am 24. Mai in Neupotz schon das zweite Schutzbauwerk in diesem Jahr.

Wie wirkungsvoll der Einsatz von Rückhalteraum sein kann, hat das eben abgelaufene Hochwasser Anfang Juni gezeigt. Das Zusammenwirken der Polder Altenheim und Erstein mit dem Rückstauraum des Kulturwehrs in Kehl hat den Pegel in Speyer um 30 Zentimeter abgesenkt. Der Polder Ingelheim hat seine Wirkung zusätzlich in Richtung Mittelrhein entfaltet. So hat sich – ersten Studien der Bundesanstalt für Gewässerkunde *) zufolge - die Absenkung bis in den Niederrhein im Dezimeterbereich fortgesetzt. Dies ist ein sensationelles Ergebnis; natürlich auch wegen der diesmal nur unbedeutenden Beiträge von Nahe, Lahn, Mosel und Sieg.

Das darf nicht zu falscher Sicherheit verführen. Auch noch so viel „Raum für die Flüsse“ bewirkt keinen absoluten Schutz. Daher sind wir alle selbst mitverantwortlich durch angepasstes Bauen, Wohnen und Verhalten, um Schäden wie jetzt im Osten (Elbe) oder im Südosten (Donau) zu vermeiden. Leben am Fluss heißt „Leben mit Hochwasser“.

Hessen hat sich an den Kosten beteiligt, was aber andererseits nur ein „Freikaufen“ von der moralischen Pflicht sein soll, eigene Flächen für den Hochwasserrückhalt bereitzustellen. Einer Studie aus den Neunziger Jahren zufolge könnte durch eine Zug-um-Zug-Flutung tiefliegender Gebiete im Ried der Wasserstand bei Extremhochwasser für den weiter stromabwärts liegenden Raum Wiebaden/Mainz/Bingen und den Mittelrhein um über einen Meter (!)  weiter abgesenkt werden – eine womöglich entscheidende Entlastung. Wir appellieren an die Landesregierung Hessens, ihre Verweigerungshaltung angesichts der inzwischen nicht mehr wegzudiskutierenden Klimawandelfolgen und dem riesigen Risikopotential rheinabwärts bis zu unseren niederländischen Nachbarn zu überdenken. Wir am Niederrhein brauchen jeden Kubikmeter Retention!

Fazit: Hochwasser-"Schutz" ist eine Illusion, Verkleinerung des Risikos aber Realität -

Solidarität ist machbar.

 *) Erster Bericht der BafG (zusammen mit DWD) vom 26.06.2013