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Pegel Köln vom 07.12.2019
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Kölner Grün bald mit Hochwasservorsorge?

Köln, 30.05.2012 (aktualisiert 08.11.2012)

Impuls 2012: Die Kölner Stiftung Grün schenkt der Stadt ein Entwicklungskonzept für den historischen preußischen Festungsring, den Adenauer ab 1922 zum legendären „Äußeren Grüngürtel“ umgestaltet hat.

Zur Impuls 2012 - Projektgeschichte:
Die BI-Hochwasser bringt sich Ende 2011 in die Bürgerbeteiligung ein und schlägt in zwei getrennten Dialogsträngen (linksrheinisch 06.12.2011 [>Protokoll S. 5], rechtsrheinisch 19.12.2011  [>Protokoll S. 5/6]) die Berücksichtigung des Notfall-Speichervermögens von Teilen des Grüngürtels für den Hochwasserschutz vor. Es gibt öffentlich sowohl Zustimmung als auch Bedenken (...Idee jenseits der Grenze des Auftrags, fachlich durch die Planer nicht qualifizierbar bis hin zu Desinteresse seitens der Stadt (Grünflächenamt)) - mit dem gewünschten Ergebnis: Bei den Vorstellungen der Entwürfe der Planer (März 2012) taucht der Aspekt Hochwasservorsorge nicht auf.
Die Kölner Lokalpresse berichtet allgemein über das Vorhaben, nicht aber über den Hochwasseraspekt. Wieder bestätigt sich das Elend der Regionalisierung der Kölner Presse: Überregional bedeutsame Themen erscheinen nur in Stadtteilausgaben mit begrenzter Reichweite. Der große Rest der Stadtgesellschaft verbleibt in der (beabsichtigten?) Unmündigkeit.
Gute Zusammenstellung dagegen: Webseite der Stiftung Grün.

Weil also das Thema wieder mal auf kölsche Art „erledigt“ werden soll, organisiert die BI-Hochwassser ein Treffen zwischen Prof. Aufmkolk, Hochwasserschutzzentrale (HWSZ) und BI in den Räumen des Kölner Yachtclubs KYC im April 2012. Im gemeinsamen Gespräch wird vereinbart, daß die BI Hintergrundinformationen und die HWSZ Überflutungskarten liefert.
Die Leitbildgruppe Stadtgestaltung Köln 2020 unterstützt die Initiative mit einer Stellungnahme

Bei den Ergebnispräsentationen am 14.05.2012 (Köln-Kalk; rrh) und 22.05.2012 (Köln-Innenstadt; lrh) ist das Thema Hochwasser Bestandteil des Entwicklungskonzepts. Wieder findet das Thema Vorsorge keinen Platz in der Presse, die bei Hochwasser stets in der vordersten Reihe der Gaffer zu finden ist. Was Wunder – schließlich waren die Redakteure nur auf der eigens für sie arrangierten Pressekonferenz, nicht aber auf den lange dauernden Vorstellungsterminen mit dem niederen Volk.

Randbemerkung: Das soll jetzt keine Schelte sein, die Kölner Presse hat einfach andere Schwerpunkte (Grillreste in Parkanlagen, FC-Abstieg, Klatsch und Tratsch, Klüngelpromotion…)
Auch für das städtische Amt für Presse- und Informationsarbeit ist der Partizpationsprozeß der Stiftung Grün keine Pressemeldung wert. Vielleicht ändert sich das ja noch.

Ersatzweise übernimmt daher die BI den Auftrag der Information der Bürgerinnen und Bürger:

>> Video der Ausführungen von Prof. Aufmkolk.
>> Außerdem das leicht bearbeitete Transkript mitsamt der dazugehörigen Folie.
>> Bei beiden Abschlußveranstaltungen hat sich der Vertreter der BI zu Wort gemeldet und das Ergebnis gewürdigt. Das ist auch im Protokoll vermerkt, das zwischenzeitlich online zugänglich ist (Auszüge):

Abschlussveranstaltung rechtsrheinisch am 14. Mai 2012 von 19.00 bis 21.00 Uhr im Bürgerhaus Kalk, Köln:

"…In der Stadt Köln sollte man sich auf einige wenige Themen konzentrieren, um deren Umsetzbarkeit zu gewährleisten. Außerdem müsste es einen nervenstarken „Grünkümmerer“ geben, der für die Belange der Grün-flächen eintritt. Die Stadt sollte für die Entwurfskonzeption sehr dankbar sein. Außerdem erscheint die Idee einer Mehrfachnutzung von Grünflächen und eine hierdurch erzeugte Win-Win-Situation „revolutionär“: Für die mögliche Nutzung von Grünflächen als Polder im Fall eines extremen Rheinhochwassers sollte man sehr dankbar sein."

Abschlussveranstaltung linksrheinisch am 22. Mai 2012 von 19.00 bis 21.00 Uhr im Bürgerhaus Stollwerck, Köln:

"Das Planungsverfahren wurde – trotz einiger Konflikte - vorbildlich gestaltet. Für das partizipative Vorgehen ist ein besonderer Dank auszusprechen. Bezüglich des Hochwasserschutzes wurden die Anregungen der Gruppe Köln 2020 in die Konzeption eingearbei-tet. Im Fall des Hochwasserschutzes nimmt der Äußere Grüngürtel in Teilen auch die Funktion eines Polders ein, wodurch eine Win-Win-Situation entsteht. Die Planung insgesamt sollte einen Status wie der Masterplan Innenstadt bekommen."

Antwort Herr Streitberger: "Man ist sicherlich auf einem guten Weg dahin. Das Entwicklungskonzept soll dem Rat in einer Form vorgelegt werden, die gewährleistet, dass das Ergebnis über lange Zeit stabil ist. Es sollte als Chance gesehen werden, den Äußeren Grüngürtel ganzheitlich zu betrachten und zukünftige Fehler zu vermeiden. Wenn nur wenige finanzielle Mittel vorhanden sind, sollte der Schwerpunkt auf der Bestandserhaltung liegen."
[Alle Dokumente sind bei Stiftung Grün in voller Länge einsehbar]

Fazit: Die BI-Hochwasser betrachtet das überaus positive Ergebnis als ihren Bürgerbeitrag zum Hochwasserriskomanagement der Stadt Köln

Wie es weitergehen soll:
Das Konzept wird über die Bezirksvertretungen, die Fachausschüsse vor Ende des Jahres vom Rat der Stadt beraten und beschlossen. Der endgültige Status und vor allem die Verbindlichkeit sind noch offen („Grün-Charta“, Masterplan, nur informell?).

Es sei aber nicht verheimlicht: Auf diesem Wege ist schon manch kluger Plan kaputt gemacht worden. Die Stadt hat darin Übung und immerhin einen Ruf zu verlieren…
Lebt der Kölner doch das Prinzip „any publicity is good publicity“ wie kaum ein anderer in der Republik.

> Die BI-Hochwasser wird weiter berichten.


 

Pressemeldungen der Stadt:

http://www.stadt-koeln.de/1/presseservice/mitteilungen/2012/06678/
Grüngürtel: Impuls 2012 – zweite Werkstattrunde
Vorschläge der Bürger sind eingearbeitet – Einladung an alle Interessierten
vom 27.02.2012

http://www.stadt-koeln.de/1/presseservice/mitteilungen/2011/06431/
Bürgerbeteiligung geht in zweite Phase – alle Interessierten sind eingeladen
vom 28.11.2012