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Pegel Köln vom 14.12.2018
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Kölner Bürger fordern mehr Vorsorge am Rhein

18.06.2013 (19 KB)

Bessere Vorsorge ist nötig: Aufruf an die Bürger und an die Politik (ging auch an die Landesregierungen der FGG Rhein (= FlußGebietsGemeinschaft):
Nordrhein-Westfalen; Rheinland-Pfalz; Hessen; Baden-Württemberg

An die Stadt Köln ging der Appell mit folgendem Anschreiben:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Roters!
Sehr geehrte Damen und Herren des Rates der Stadt
und der BVen Innenstadt, Nippes, Chorweiler, Mülheim, Kalk, Porz und Rodenkirchen!

Der beiliegende Aufruf richtet sich auch an die Stadtpolitik mit der Aufforderung, viel mehr als bisher für die Katastrophenvorsorge in der eigenen Stadt zu unternehmen und insbesondere alle Möglichkeiten für Hochwasserrückhalt stromauf bis zum Mittelrhein ernsthaft zu prüfen.

Viele Bürgerinnen und Bürger hier in Köln verfolgen mit Sorge erst die Wasserstände und jetzt die Schadensentwicklung in den Hochwassergebieten an Donau und Elbe.
Ihnen ist klar: Sie haben hier am Rhein nicht die bessere Flusspolitik, sondern sie haben einfach nur Glück gehabt.

Die Fakten sind hinlänglich bekannt, Programme zur hochwasserangepassten Lebensweise an Flüssen längst formuliert – es muss nur gehandelt werden, entschlossen und koordiniert. Die Pläne umzusetzen erfordert nicht weniger, sondern mehr Bürgerbeteiligung von Anfang an. Vor allem aber muss der Akzent endlich auf den Rückhalt in der Fläche gelegt werden; den unvermeidlichen Konflikten darf nicht weiter ausgewichen werden.

Dieser Aufruf richtet sich sowohl an die Politik wie auch an die im Einzugsgebiet des Rheins und seinen Zuflüssen lebenden Menschen, an die wir appellieren, ihren Beitrag zur Verringerung der Hochwasserrisiken zu leisten, indem sie Initiativen zum risikomindernden Leben am Fluß unterstützen oder selbst anstoßen. Die Politik kann sich – allein gelassen - nur sehr zögerlich von den überlieferten Rezepten wie Deicherhöhungen und Abflussbeschleunigung lösen. Dabei muss allen bewusst sein: Sie funktionieren nicht. Hochwässer werden so nicht beherrschbar, sondern im Gegenteil höher und gefährlicher.
Wie wirkungsvoll dagegen der Einsatz von Rückhalteraum sein kann, hat das eben abgelaufene Hochwasser Anfang Juni gezeigt. Das Zusammenwirken der Polder Altenheim und Erstein mit dem Rückstauraum des Kulturwehrs in Kehl hat den Pegel in Speyer um 30 Zentimeter abgesenkt. Dennoch gibt es auch durch viel „Raum für die Flüsse“ keine absolute Sicherheit. Daher sind wir alle selbst mitverantwortlich durch angepasstes Bauen, Wohnen und Verhalten, um Schäden wie jetzt im Osten zu vermeiden. Leben am Fluss heißt „Leben mit Hochwasser“.

Wir bitten die Regierungen der Rheinanlieger-Länder, eine koordinierte Vorsorge unter Beteiligung der betroffenen Bürger*innen entschlossen anzupacken und die nötigen personellen wie finanziellen Ressourcen bereitzustellen. Eine Verringerung der Mittel, wie in Nordrhein-Westfalen beschlossen, ist das falsche Signal.
Soweit Kommunen den Hochwasserschutz in eigener Verantwortung betreiben, muss eine strategische Zusammenarbeit mit Unter- und Oberliegern zur Pflicht werden und kann nur im Blick auf den gesamten Fluss Erfolg haben. Während Rheinland-Pfalz durch Hochwasserpartnerschaften schon erste Schritte unternommen hat, besteht in NRW noch fundamentaler Nachholbedarf.
So gibt es im Übergang der Kommunen Köln, Leverkusen und Dormagen drei verschiedene Schutzhöhen auf engstem Raum. Vernunftgeleitete Kooperation längs des Rheins geht anders.


Ist es der besonderen Erwähnung wert, daß keine einzige Antwort eingegangen ist? (Stand 11/2013)

Von den Landesregierungen gab es der Antworten zwei: Eine sehr lange und freundliche von der Ministerpräsidentin RLP, Malu Dreyer, und eine sehr kurze von Hannelore Kraft, die darauf verwies, daß der Umweltminister zuständig sei...

 

 

 


Dateien:
20130618_Aufruf_Buerger___Politik.pdf18.6 K