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Hochwasserübung Köln: Erste Bilanzen

BI-Beobachter spät nachts beim THW zu Gast

BI-Beobachter spät nachts beim THW zu Gast

Geschrieben von: Thomas Kahlix   
Freitag, 18. September 2009 um 12:13 Uhr


Köln
18.09.2009:
Aus der Sicht eines Beobachters (der also zumindest zeitweise - auch mitten in der Nacht - vor Ort war) ist kein pauschales Urteil zu erwarten.
Das wäre auch ungerecht.
Dazu war zu viel großes und nachhaltiges Engagement vor Ort unübersehbar.
Aber es gab auch Helfer zu beobachten,

  • denen das Warten auf das Material zur Geduldsprobe wurde,
  • die wenig oder keine Information über die Lage an sich hatten,
  • die über viele Stunden weder verpflegt wurden noch eine Chance hatten, zur Toilette zu gehen (was andererseits auch irgendwie zusammenpaßt!).

Demnach gibt es bei der Logistik des Großunterfangens einiges nachzubessern.

Vor allem, wenn man berücksichtigt: Von den insgesamt mehr als 10 Kilometern mobilem Hochwasserschutz an vielen verschiedenen Orten in der Stadt wurden keine 2 Kilometer wirklich aufgebaut.
Sicher muß die Kooperation zwischen den städtischen Stellen und deren Improvisationsfähigkeit (die es bei jedem Großschadenereignis braucht) noch deutlich verbessert werden.
Die positiven Erfahrungen aus dem Krisenmanagement beim Stadtarchiv-Einsturz lassen diese Hoffnung allerdings für nicht unmöglich erscheinen.

Detailfragen:

  • Wird es gelingen, die logistische Herausforderung zu meistern, die durch die Auslagerung von Aufgaben an externe Firmen zwangsläufig entsteht? (Dazu gibt es definitiv keine Alternative: Der Personalabbau bei der Stadt ist schließlich kaum gebremst)
  • Wird es gelingen, die zahlreichen am Aufbau beteiligten Ämter und Dienststellen zur reibungslosen Zusammenarbeit zu motivieren? ( Wie fast jeder weiß, eines der Kernprobleme dieser liebenswerten Chaos-Metropole)
  • Wird es gelingen, die Probleme aus einer verstärkten Personalfluktuation minimal zu halten? (Schließlich wird - sofern kein Hochwasser früher dazu zwingt - im Schnitt alle sieben Jahre am konkreten Abschnitt geprobt)
  • Wird es gelingen, den nötigen Vorlauf innerhalb des Vorhersage-Zeitfensters unterzubringen; und zwar so, daß eine komfortable Zeitreserve eingebaut ist? (Natürlich muß das klappen; aber mit welchem Aufwand und zu welchem Preis?)

Medien-Informationen zur Hochwasserübung Köln:

Kölner Stadt-Anzeiger:
"Im Ernstfall wäre die Altstadt nass" 
bzw: Kommentar - „Der Sinn der Übung"

ksta-tv: "Hochwasserwarnung" in Köln

Kölnische Rundschau:
"Überflutung in der Altstadt"

WDR - Fernsehen:
Beitrag Lokalzeit Samstag  „Sicher vor der Flut?" 12.09.2009
[Achtung! Der wdr hält solche Mediathek-Links in der Regel nur für kurze Zeit bereit. Mit baldiger Löschung muß gerechnet werden!]
Nachtrag : Die Beiträge sind nunmehr einzeln archiviert und werden bis zu einem Jahr zugänglich gemacht.

Beitrag Lokalzeit Freitag "Training für die Flut" 11.09.2009
Beitrag Lokalzeit Freitag "Mängel beim Hochwasserschutz" 02.10.2009

Übrigens: Man kann die Beiträge auch bewerten. Eine Qualitätsoffensive von unten könnte nicht schaden.

 Zu den hier verlinkten Berichten möchte ich anmerken, daß die Presse nach meiner Ansicht den Einfluß der Schaulustigen und der Radler etwas zu sehr als Ausrede gelten läßt. Im Ernstfall stellen die Gaffer schließlich ein sattsam bekanntes Problem dar und werden eher noch durch die Kamerateams verstärkt, die Köln bei solcher Gelegenheit immer heimsuchen.