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Pegel Köln vom 19.11.2019
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Letzter Stand: 17:30 Uhr
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Adventshochwasser 2011 kommt doch noch

17.12.2011

Nachdem der Rhein seit dem Frühjahr es kaum geschafft hat, dauerhaft über 2 m Kölner Pegel zu steigen (und damit den Binnenschiffern Probleme bereitet hat), erwarten wir nun ein markantes Adventshochwasser. Es wird sich aber, so wie die Datenlage ist, anständig benehmen und im Maximum irgendwo zwischen 6 und 7 Metern austoben.

Laut Lagebericht des Hochwassermeldezentrums Mainz wird der Scheitel nicht vor Montag erwartet. Nur wer extrem nah am Wasser gebaut hat – und das natürlich kennt, wird Vorbereitungen treffen.

 

Spaziergänger und Radler müssen sich darauf einrichten, daß der Leinpfad von der Südbrücke bis Rodenkirchen übers Wochenende überflutet wird und auf höhergelegene Wege ausgewichen werden muß. Lästig ist das vor allem auf der Rodenkirchener Hauptstraße bis zur Barbarastraße, weil dort kein sicherer Radweg zur Verfügung steht.


Am Bootshaus Marienburg und am Partyschiff "Rhein-Roxy" hat man begonnen, sich auf die geänderten Zugangsbedingungen durch das Hochwasser vorzubereiten.

Vorsicht! Der Durchgang am Leinpfad (insbesondere die Durchfahrt für Radfahrer) ist erschwert und noch nicht (17:00) gesichert und hinreichend beleuchtet.

Am Bootshaus Marienburg die obere Durchfahrt benutzen; das ist sicherer.

Im Laufe der Nacht ist dann damit zu rechnen, daß der Leinpfad sowieso gesperrt wird.

 

Aktualisierung 17.12.2011 23Uhr:

Noch lange ist der Scheitel nicht erreicht. Schon jetzt hat das Hochwasser aber neue Erkenntnisse für die Verbesserung des Managements geliefert.

Ein Bootshaus hat seinen Steiger schon mal hochgelegt und dabei gefährliche Hindernisse auf dem Radweg hinterlassen. Als Zugabe noch eine ungesicherte Trosse in Kopfhöhe. Was bei Tage schon unerlaubt ist, wird im Dunkeln zur tödlichen Falle.

 

Wenn Akteure nicht hinreichend sensibilisiert sind, welche Interessen bei ihren Hochwasser-Vorbereitungen tangiert werden, so verweist das auf dringenden Nachholbedarf.

Wie sollte es anders sein: Den gibt es auch bei der Stadtverwaltung.

Daß Bürger K erst gar nicht probiert hat, dort Unterstützung zu verlangen und gleich die Polizei vorgeschickt hat, war im Nachhinein genau richtig.

Die hatte zwar postwendend die Stadt zum Handeln angehalten; aber als nach anderthalb Stunden immer noch nichts passiert war, rief K dann doch mal bei der Leitstelle (zentrale Rufnummer 221-32000) an. Das hätte er besser nicht getan. Eine sehr gereizte Mitarbeiterin machte schnell klar, wer die Herrin im Haus ist: Was er denn glaube, wer er sei. Hochwasser? Das sei ja noch gar nicht. Man habe schließlich eine ganze Menge zu tun. Autos in der Innenstadt abschleppen zum Beispiel. Wie – eine dringende Aktion wegen Gefährdung? Sofort? Das müsse der Anrufer doch der zuständigen Behörde überlassen. Schließlich sollte ich doch froh sein, daß es überhaupt das Angebot der Stadt gäbe, sich meiner Sonderwünsche anzunehmen - alles zu seiner Zeit natürlich...

Ich entgegnete, das sei kein Extraservice, sondern die verdammte Pflicht der Stadt, für die Sicherheit ihrer Bürger zu...

Oh, oh – das hätte K besser nicht gesagt. Er bekam noch einen schönen Abend gewünscht und auch noch schöne Feiertage und Schluß war mit dem Gespräch.

 

Bürger K beschloß, seine anclipbaren roten Batterieblinker einzupacken und wieder zum Leinpfad zu fahren. Er wollte einfach dort so lange an den Sturz- und Halsabschneidefallen ausharren, bis die Stadt Köln tätig sein würde. Das war nicht nötig. Ein Kleinlaster von 66 war inzwischen vor Ort und ein sehr freundlicher und zupackender Mitarbeiter (nennen wir ihn Herrn X) schon dabei, aus dem Fundus auf der Ladefläche eine provisorische Absperrung zu zusammenzustellen. Ganz gegen das übliche Klischee  war Herr X sehr aufnahmebereit für Laienvorschläge. Herr X entschied, noch am selben Abend das Provisorium durch richtige Baken zur Umleitung des Rad- und Passantenverkehrs über die obere Rampe zu ersetzen. Da ist Bürger doch schon fast wieder versöhnt mit einer ansonsten notorisch bürgerunfreundlichen Stadtverwaltung.

 

Einen schönen Sonntag noch!

P.S.: Die Hochwasserschutzzentrale Köln arbeitet wie üblich gewohnt zuverlässig seit nunmehr siebzehn Jahren im Hintergrund. Bürger hat sich damit abgefunden. Wird leider allzu oft vergessen, lobend zu erwähnen...

2. Aktualisierung 18.12.2011 17:30

Inzwischen hat sich der Pegelanstieg deutlich verlangsamt. Das Hochwassermeldezentrum Mainz spricht nur noch von einem Maximalwert von um die sechs Meter am Montagabend mit dann fallender Tendenz.

Wenn nicht noch sehr ergiebige Niederschläge im Süden dazukommen, war's das wohl. Vorerst. 

3. Aktualisierung

Der Rhein ist bis 6,19 m Kölner Pegel gestiegen (Montag Nachmittag) und fällt zur Zeit stetig.
In den ersten Wochen des Jahres 2012 wird die BI versuchen, die aufgetretenen Organisationsprobleme mit der Verwaltung zu erörtern.

Ach ja - so wie es aussieht, wird doch noch eine Weihnachtswelle hinterherschwappen.

Frohes Fest!