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09.08.2010 - Katastrophentourismus-Klagen in Görlitz

Ein Lage-Überblick vom 8. August 2010

Katastrophentourismus - ohne Alternative?

Das Hochwasser im Dreiländereck Tschechien-Polen-Sachsen ist weiter bedrohlich, inzwischen mehren sich Berichte über störenden Katastrophentourismus.

Der Deutsche Feuerwehrverband e.V. appelliert in einer ots-Pressemitteilung: „Kein Katastrophentourismus bei Hochwasser“ und zitiert Andreas Johne, Pressesprecher des Katastrophenstabes des vom Hochwasser der Neiße betroffenen Landkreises.

 

Das ist natürlich alles richtig, wird aber nichts ausrichten. Frage ist doch, welche Alternativen es zum Elendstourismus gibt. Und da lohnt vielleicht ein Blick über den Gartenzaun, hier die Grenze nach Österreich:

 

[E-Mail der BI-Hochwasser an den Deutschen Feuerwehrverband e.V.]

These: Hochwasser- (oder allgemein Katastrophen-) Tourismus ist zum erheblichen Teil ungenutzte Hilfeleistung

 

Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich möchte Ihren heute veröffentlichten Appell nutzen, um einen Vorschlag zur Entlastung der Einsatzkräfte zu machen. Impulsgeber ist das Österreichische Rote Kreuz, das uns nach meiner Überzeugung einen großen Schritt voraus ist.

Ausgehend von der Beobachtung, daß viele Menschen in einer Krisensituation – auch einer solchen, wie sie gerade an der Neiße herrscht – gerne ihre Kenntnisse und Fähigkeiten zur Verfügung stellen würden, aber nicht wissen, wie sie das anstellen sollen, ohne im Wege zu sein, hat das ÖRK vor drei Jahren eine beispiellose Kampagne zur Erfassung Hilfswilliger gestartet und binnen kurzer Zeit über 25 000 Menschen aktiviert. Dieses „Team Österreich“ war in den Folgejahren regelmäßig im Einsatz.

Näheres dazu können Sie über den Link auf unserer Website nachlesen.

 

Inzwischen ist die Initiative in ein europaweites Projekt überführt worden: „Team Civil Protection“ (Project co-funded by the European Commission, DG Environment, Civil Protection Unit / Grant Agreement No. 070401/2008/507760/SUB/A3).

So weit wir wissen, gab (oder gibt) es auch beim DRK zumindest grundsätzliches Interesse, das Beispiel auf die Verhältnisse in Deutschland zu übertragen. Leider ist bisher nicht viel geschehen…

 

Wir sind überzeugt, daß rings um ein betroffenes Gebiet eine große Zahl potentieller Laien-Helfer nur darauf wartet, „geweckt“ zu werden. Das wäre dann ein „Katastrophen-Tourismus“ der anderen Art.

Für die Feuerwehren und die anderen professionellen Kräfte bleibt mehr als genug zu tun, bei dem ihre Fachkompetenzen und Geräte vonnöten sind.

 

Es wäre schön, wenn Sie als Deutscher Feuerwehrverband einen Weg finden könnten, eine solche Initiative zu unterstützen.

 

Im übrigen möchte ich die Gelegenheit nutzen, ganz allgemein der Freiwilligen Feuerwehr für ihren Einsatz in Notlagen zu danken, der auch uns insbesondere 1993 und 1995 bei den großen Rheinhochwässern sehr geholfen hat.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Kahlix (Stellv. Vorsitzender)

 

LINKS:

Selbsthilfeprojekt der BI