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Pegel Köln vom 09.12.2019
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Letzter Stand: 06:30 Uhr
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Polder Ingelheim eröffnet: 4,5 Millionen Kubikmeter für Bingen und den Mittelrhein

Der bedeutsame Druck auf den roten Knopf: Margit Conrad, die Umweltministerin von Rheinland-Pfalz;

Der bedeutsame Druck auf den roten Knopf: Margit Conrad, die Umweltministerin von Rheinland-Pfalz;

Kölner Dank

Kölner Dank

Aber auch Köln wird Nutzen haben: Jeder Beitrag am Rhein zählt!   

Montag, 11. September 2006: Bei bestem Wetter und hochsommerlichen Temperaturen nahmen die Umweltministerin des Landes Rheinland-Pfalz und der Umweltminister des Landes Hessen zusammen mit dem Oberbürgermeister der Stadt Ingelheim den gesteuerten „Polder Ingelheim“ symbolisch in Betrieb. Das Wehr für den ökologischen Flutungsbetrieb wurde einige Dezimeter gelupft; mangels Pegelhöhe im Rhein mußten sich die Gäste den Wassereinstrom in ihrer Phantasie vorstellen.
Dennoch ein bedeutsames Ereignis: Der Rückhalteraum wurde in Rekordzeit geplant und umgesetzt.

Das Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz ließ dazu heute veröffentlichen:
„Umweltministerin Margit Conrad weiht nach zweijähriger Bauzeit den Polder Ingelheim ein. Damit wird ein weiterer Baustein im Hochwasserschutzkonzept des Landes zur Wiederherstellung eines 200-jährlichen Hochwasserschutzes am Rhein umgesetzt. Die Einweihung, an der unter anderen der hessische Umweltminister Wilhelm Dietzel und der Präsident der Landwirtschaftskammer, Norbert Schindler, teilnehmen, findet statt am Montag, 11. September, um 10.30 Uhr.
Der Polder Ingelheim kann Hochwasser mit einem Volumen von 4,5 Millionen Kubikmetern aufnehmen und verfügt über 162 Hektar Überflutungsfläche. Die Gesamtkosten betragen 17 Millionen Euro.
Die Bürger wurden seit 1998 in zahlreichen Planungsworkshops in dem Modellverfahren „Eine Region im Gespräch“ an der Entwicklung beteiligt. Neben dem Polder Ingelheim wurden am Rhein-Kilometer 517 drei Schlüsselprojekte zur Auenentwicklung (Jungaue, Heidenfahrt, Alte Sandlach) realisiert.“

Alle technischen Einrichtungen konnten besichtigt werden, unter anderem die Steuerungshydraulik der mächtigen sogenannten „Fischbauch“-Wehrklappen, die bei einem HQ200 gut 200 m³/sec in den Polderraum einströmen lassen.

Die Hochwasserschutzgemeinschaft Köln ließ es sich nicht nehmen, bei der Eröffnung für die Bereitstellung von Retentionsraum, der auch allen Unterliegern nutzt, unübersehbar danke zu sagen.

Vorab haben die Kölner eine Presseinformation veröffentlicht:

Pressemitteilung vom 11. 09. 2006
"Am Montag, dem 11. September 2006 wird die Umweltministerin des Landes Rheinland-Pfalz den soeben fertiggestellten Hochwasser-Rückhaltepolder Ingelheim seiner Bestimmung übergeben. Nach extrem kurzer Genehmigungs- und Bauzeit wird der Retentionsraum über ein gesteuertes Rückhaltevolumen von 4,5 Millionen m³ nicht nur für Bingen und die Gemeinden am Mittelrhein, sondern auch mit Auswirkungen bis an den Niederrhein den Hochwasserschutz am Rhein verbessern helfen.

Namens einer Viertelmillion direkt betroffener Bürgerinnen und Bürger von Köln bedankt sich die Hochwasserschutzgemeinschaft Köln (HWSG Köln) für die Solidarität am Oberrhein und wünscht sich dringend, daß im Regierungsbezirk Köln die Bedrohung endlich mit ähnlicher Ernsthaftigkeit wahrgenommen wird und daß schneller und gründlicher gehandelt wird.

Während in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg gesteuerte Retentionsräume in Betrieb gehen, hat man im Raum Köln noch nicht einmal mit dem Bau begonnen
(- obwohl schon seit 1996 geplant wird).
Schlimmer noch: Mit fadenscheinigen Ausreden werden die vorhandenen Räume nicht ausgenutzt. So wird der für Köln überlebenswichtige Polder Langel-Lülsdorf
(10 Millionen m³) am südlichen Stadtrand so verkleinert, daß nur 3,7 Millionen m³ zur Hochwasserentlastung übrig bleiben.

Wenn sich das nicht grundlegend ändert, ist Köln einzig und allein auf die Großzügigkeit der Oberlieger am Mittel- und Oberrhein angewiesen.
Ob deren Bereitschaft durch die verantwortungslose und unsolidarische Genehmigungspraxis der Bezirksregierung Köln und die lasche Kontrolle durch das Land NRW beflügelt wird, ist allerdings mehr als zweifelhaft.

Dennoch blicken die Bürgerinnen und Bürger Kölns voller Hoffnung rheinaufwärts und ermutigen die politisch Verantwortlichen und jeden einzelnen Rheinanlieger von Basel bis Bingen, auf dem begonnenen Weg weiter voran zu gehen:

'Es kommt auf jeden Kubikmeter an!'

Die HWSG Köln wird weiter für eine nachhaltige Katastrophenvorsorge vor der eigenen Haustüre kämpfen."

Hochwasserschutzgemeinschaft Köln
Sprecher: Gerhard Müller, Thomas Kahlix, Hans Flock

                                                                                               Köln, den 11.09.2006


Presseberichte:Wiesbadener Kurier (kein öffentlicher Zugang mehr)Pressemeldung MUFV Rheinland-PfalzPressemeldung hessisches Umweltministerium  (Link gelöscht)Ingelheimer Zeitung  (Link gelöscht)Wiesbadener Tagblatt   (kein öffentlicher Zugang mehr)

Allgemeine Zeitung

BI-Beitrag auf UMWELTJOURNAL.DE

(TK)
aktualisiert: 03.11.2009


Links/Dokumente:
Fotos von der Polder-Einweihung  
Sustainable Development of Floodplains SDF  
Fallstudie Polder Langel-Lülsdorf 

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