Baden-Württemberg: Gesteuerter Hochwasser-Polder Greffern-Söllingen geht an das Rhein-Hochwasser-Netz Drucken E-Mail
Freitag, 11. November 2005 um 01:00 Uhr
WWF: Mehr Geld für grüne Ziele / NZZ: Wichtiger Baustein für den Hochwasserschutz

Bild aus www.ka-news.de
 
Überflutungsfläche Greffern-Söllingen geht an das Rhein-Hochwasser-Netz

Frankfurt, 11. November 2005:
Am heutigen Freitag eröffnet das Land Baden-Württemberg mit einer Probeflutung offiziell die Schleusen für das gesteuerte Überflutungsgebiet Greffern-Söllingen. Mit dem so genannten Polder wird ein Rückhaltevolumen von 12 Millionen Kubikmetern auf einer Fläche von 580 ha geschaffen. Damit wird der Hochwasserschutz am Rhein verbessert. Die Schaffung der Überflutungsfläche ist Teil des integrierten Rheinprogrammes. „Wir begrüßen diesen Schritt zum Hochwasserschutz. In Zukunft muss das Land Baden-Württemberg aber mehr Geld in den natürlichen Hochwasserschutz investieren“, betont WWF-Süßwasserexperte Georg Rast. Dazu zählen vor allem die Rückverlegung von Deichen und die Renaturierung von Flussauen. Der WWF hat über mehr als ein Jahrzehnt die Planung und Umsetzung des Polders Greffern Söllingen begleitet. „So konnten wir die naturnahe Bewirtschaftung des Polders sicherstellen“, so der WWF-Experte. Durch Einleitung auch kleinerer Hochwässer bekommt die Überflutungsfläche den Charakter einer natürlichen Flussauen-Landschaft. Tiere und Pflanzen werden so auf eine schwere Flut vorbereitet.
Der WWF fordert, jetzt vor allem die grünen Ziele des Integrierten Rheinprogrammes zum Hochwasserschutz umzusetzen. Insbesondere die Möglichkeiten der Deichrückverlegung würden in Baden-Württemberg im Vergleich zu anderen Bundesländern kaum wahrgenommen. So hat Nordrhein-Westfalen mit der Bislicher Insel eine über 1100 Hektar große natürliche Überflutungsfläche geschaffen, die auch dem Naturschutz am Rhein dient. „Die natürliche Überflutung durch eine Deichrückverlegung ist ökologisch effektiver als jede noch so naturnahe Bewirtschaftung eines Polders“, so WWF-Experte Rast.
Der WWF begrüßt die vom Landtag für das Jahr 2006 beschlossene Aufstockung der Mittel für den technischen Hochwasserschutz auf 29 Millionen Euro. Insgesamt müssten Land und Kommunen die Mittel für die Umsetzung des Integrierten Rheinprogrammes jedoch auf 37 Millionen Euro jährlich anheben. Sonst könnte das vorbildliche Hochwasserschutzprogramm nicht zufrieden stellend realisiert werden. Schon heute sei die Umsetzung erheblich im Verzug. „Weitere Einsparungen könnten im Extremfall eines Rheinhochwassers Schäden in Milliardenhöhe verursachen und Menschenleben gefährden“, warnte der WWF-Experte.

Weitere Informationen beim WWF: 11-11-2005 Presseinformation

Kontakt: Martin Geiger, Leiter WWF-Fachbereich Süßwasser, Tel. 069-79144-140;
Ralph Kampwirth, WWF-Pressestelle, Tel. 069-79144-153

WWF Deutschland Rebstöcker Straße 55 60326 Frankfurt Tel.: 069/791 44 0 Tel.: 0 69/7 91 44-1 42
Bericht in der Online-Zeitung für Karlsruhe: ka-news.de vom 11-11-2005
Bericht beim SWR: Nachricht vom 11-11-2005
Und eine kurze Notiz bei Baden-online; Portal der Ortenau: 11-11-2005 Baden-online
Auch die Neue Zürcher Zeitung berichtet am 12.11.2005:

"Wichtiger Baustein für den Hochwasserschutz
Polder am Oberrhein offiziell in Betrieb genommen
Bei Rastatt im deutschen Bundesland Baden-Württemberg ist ein weiterer Rückhalteraum zum Schutz vor Hochwasser am Rhein seiner Bestimmung übergeben worden. Der Polder kann in vier Teilräumen 12 Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen. ..."

Die NZZ schreibt dann weiter:

"Im Ernstfall könnte der neue Polder den Rheinpegel Karlsruhe/Maxau um bis zu 40 Zentimeter absenken. Bis an den Mittelrhein oder gar zur Kölner Altstadt, wie von Politikern in der Vergangenheit kolportiert, reicht die Wirkung leider nicht."

Der vollständige Artikel:  http://www.nzz.ch/2005/11/12/vm/articleDBJ2P.html

(WWF / NZZ)
Links/Dokumente:
www.wwf.de
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