03.07.2010 Sirenen heulen zur Probe Drucken E-Mail

Heute ist wieder Probealarm. [... und nicht am 4. Juli, wie die Stadt Köln zu veröffentlichen beliebt > siehe Snapshot rechts]

2010_stadtkoeln_probealarm_presseamtUm 12 Uhr mittags werden die 77 Sirenen im Kölner Stadtgebiet von der Berufsfeuerwehr ausgelöst. Auch in Bonn erschallen die Sirenen. Auch nördlich der Domstadt werden die Sirenen ausgelöst, Ergebnis einer seit Jahren eingespielten Zusammenarbeit der Städte und Gemeinden entlang des Rheins. Die Städte liegen dabei in den Regierungsbezirken Köln und Düsseldorf. Ziel des Probealarms ist die Überprüfung der Systeme. Als weiteren Zweck gaben die Verantwortlichen an, dass die Bevölkerung sich damit beschäftigen soll, was sie im Notfall unternehmen sollen. In Köln lässt die Berufsfeuerwehr den Alarm vierteljährlich auslösen.

Der Probealarm beginnt mit einem einminütigen Dauerton, der im Ernstfall „Entwarnung“ bedeutet. Danach folgt eine fünfminütige Pause.

Anschließend ist ab 12.06 Uhr ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton zu hören. Dabei handelt es sich um das eigentliche Warnsignal, das bei einem echten Notfall über eine Gefahrenlage informiert.

Nach einer weiteren fünfminütigen Pause schließt um 12.12 Uhr ein einminütiger Entwarnungsdauerton den Probealarm.

Die Berufsfeuerwehr kann sich bei akuten Gefahren direkt in das laufende Hörfunkprogramm von Radio Köln einblenden und unmittelbar von der Leitzentrale aus weitere Verhaltenshinweise geben.
Zurzeit sind die Sirenensignale noch nicht stadtweit zu hören, die Berufsfeuerwehr bereitet einen Ausbau des Sirenennetzes vor. Dem Vorschlag der Kölner Berufsfeuerwehr, sich dem vierteljährlichen Probealarmrhythmus der Kölner anzuschließen, sind inzwischen etliche umliegende Städte und Kreise sowie einige weitere Rheinanlieger gefolgt. Seit Beginn dieses Jahres lösen nun auch die Städte Bonn, Wesseling, Leverkusen und Krefeld sowie der Rhein-Sieg-Kreis und der Rheinisch-Bergische Kreis vierteljährlich einen Probealarm ihrer Sirenen aus, teilte die Stadt abschließend mit.
[Quelle:Köln-Nachrichten 26.06.2010]
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Leider nutzt die Feuerwehr bisher die Möglichkeiten nicht, auch ihre eigene Durchsagepraxis (oder besser deren Fehlen) im Radio (Radio Köln und die anderen Sender) zu überprüfen. Außerdem könnte das als Chance genutzt werden, die Menschen über das erwartete Verhalten im Ernstfall aufzuklären. Die meisten wissen nämlich davon nichts. Und die Aufklärung der Presse (z.B. Kölner Stadt-Anzeiger vom 3. Juli 2010) ist alles andere als verantwortungsvoll.

Über ein zweites Phänomen denkt in der Domstadt offenbar übehaupt niemand nach (außer uns): Seit nunmehr 15 Jahren gab es in Köln kein wirklich bedrohliches Hochwasser mehr. Hochwässer woanders gibt es zwar genug; die sind aber weit weg. Entsprechend sinkt die Risikowahrnehmung in der hiesigen Öffentlichkeit (und noch mehr in der Politik). Rheinauhafenbebauung und gerade gestartetes Vorzeigeprojekt "Rheinboulevard" sind dabei nur besonders markante Belege. Daher wäre jeder Probealarm ein günstiger Moment, den Prozeß des kollektiven Vergessens wenigstens punktuell zu verlangsamen.

Natürlich haben wir der Berufsfeuerwehr diesen Vorschlag längst gemacht, sind aber auf taube Ohren gestoßen. Wahrscheinlich ein Gehörschaden wegen zuviel Sirenenlärms...

[TK]