Hochwasser an Oder und Weichsel 2010 Drucken E-Mail
Mittwoch, 26. Mai 2010 um 11:18 Uhr

Medien und Umweltverbände erinnern an Versäumnisse und fordern Politikwandel

 

Es ist der immergleiche marktwirtschaftliche Konjunkturzyklus: Kaum ist in Europa ein außergewöhnlich starkes Hochwasser, wird krzystof_konieczny_8288allenthalben die Sau durchs Dorf getrieben. Plötzlich fällt auf, was alles falsch gemacht und was alles versäumt wurde. Und in der hochwasserfreien Zeiten interessiert das – mit Verlaub – keine Sau.

 

Der BUND packt das Thema sehr breit an und bezieht in die Kritik die Elbe und die Donau mit ein (und schweigt über den Rhein, an dem die Lage nicht besser ist)

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Erheblich engstirniger geht der WWF vor, der feststellt, daß „der Hochwasserschutz in dem EU-Land Polen veraltet und ineffizient ist“

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Die „Tageszeitung“ (taz; Berlin) titelt am 24.05.2010: „…Das Hochwasser hat fatale Folgen für die Menschen. Eine der Ursachen: Schlamperei“

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Es ist wohlfeil, immer dann, wenn ein Hochwasser zuschlägt, auf die Versäumnisse vor Ort loszudreschen und Schlamperei zu beklagen.

Leider fehlt regelmäßig das Medieninteresse, wenn zwar kein Hochwasser ist, aber die politischen Entscheidungen vor Ort getroffen werden:

- Sollen flutgefährdete Flächen bebaut werden?

- Soll dem Fluß wieder Raum gegeben werden?

So auch in Köln, der selbsternannten „Hochwasserhauptstadt“ Europas: Riskante Neubauten im Gefahrgebiet und krasse Fehlentscheidungen bei der Sicherung von Retentionräumen – das ist der Alltag.

Und weil es lange kein schlimmes Hochwasser gab, haben die Medien ebenso lange geschwiegen. Bauen in Auen? - Sie loben die weitsichtige Sicherung der Wirtschaftskraft der Region. Nicht nur in Köln. Überall.

Bis das Hochwasser wieder kommt…

 

[TK]