Hochwassernotgemeinschaft: Offener Brief an Bundeskanzlerin Drucken E-Mail
Dienstag, 15. Dezember 2009 um 21:28 Uhr

"Kopenhagen darf kein R(h)einfall werden" - Hochwassernotgemeinschaft Rhein e.V. fordert von Bundeskanzlerin Angela Merkel: Klimawandel muss gestoppt werden

Mainz, 16. Dezember 2009   
Der Offene Brief im Wortlaut:

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel,

die Mitgliedskommunen der Hochwassernotgemeinschaft Rhein, der größten bundesweiten Solidargemeinschaft, die sich für die Verbesserung des Hochwasserschutzes einsetzt, wissen, dass es keinen hundertprozentigen Hochwasserschutz durch technische Hochwasserschutzmaßnahmen gibt. Das verbleibende Restrisiko der Hochwasserbetroffenheit wird sich jedoch durch die Folgen des Klimawandels noch verschärfen.

Daher nehmen unsere Mitglieder die Herausforderungen an, die sich durch die zunehmenden Risiken einer wärmer werdenden Erde ergeben. Sie setzen sich für die nachhaltige Verbesserung des Hochwasserschutzes durch  Vorsorgemaßnahmen, Aufklärungskampagnen und aktive Beteiligung an der Umsetzung der EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtline ein und schließen sich zu Partnerschaften und „Runden Tischen“ zusammen, um die Hochwasservorsorge durch gemeinsames Handeln zu verbessern. Deshalb war die Hochwassernotgemeinschaft auch von Anfang an offen für Bürger und Bürgerinitiativen.

Nehmen auch Sie die Herausforderung an und führen Sie den Weltklimagipfel in Kopenhagen zum größtmöglichen Erfolg. Die Bundesrepublik steht mit ihren nach wie vor massiven CO2-Emissionen in der Pflicht. Sie darf nicht auf Zusagen anderer Länder warten, noch viel weniger sich auf Erreichtem ausruhen, sondern muss vielmehr entschlossene Vorreiterin für den Klimaschutz werden. Das heißt gerade im eigenen Land konsequent auf klimaschützende Technologien beispielsweise bei der Stromerzeugung setzen. Die Voraussetzungen hierfür sind gegeben.

Deutschland, wie auch die anderen Industriestaaten, muss zudem bereit sein, arme Länder bei einer klimafreundlichen Entwicklung ausreichend zu unterstützen.

Wir appellieren daher an Sie - setzen Sie ein politisches Zeichen! Wenn der Klimawandel nicht gestoppt werden kann, sehen sich die Gemeinden und Städte einem zunehmenden Risiko von Naturkatastrophen ausgesetzt, was z.B. im Falle eines extremen Rheinhochwassers  wirtschaftliche Schäden in mehrstelliger Milliardenhöhe zur Folge haben kann mit Jahrzehnte andauernden Folgen für die Prosperität Deutschlands.

Wir stellen uns auf die Folgen der bereits unabänderlichen Klimaänderung, häufigere und extremere Hochwasser und Niedrigwasser,  ein. – In Ihrer Macht liegt es jetzt, sich noch rechtzeitig für die Bekämpfung der Ursachen einer weiteren Erderwärmung einzusetzen.

  Mit freundlichen Grüßen

  gez. Achim Hütten

  Oberbürgermeister der Stadt Andernach
  und Vorsitzender der Hochwassernotgemeinschaft Rhein

 Links / Dokumente: Pressemitteilung der Hochwassernotgemeinschaft Rhein [pdf]