Erster Erfolg im "Polderstreit"- Presse-Information 2005/01 Drucken E-Mail
Donnerstag, 06. Januar 2005 um 01:00 Uhr
Retentionsraum Langel - Lülsdorf: Landesumweltamt gibt BI-Hochwasser recht

"Die Bezirksregierung Köln hatte das Landesumweltamt im August 2004 gebeten, für den planfestgestellten Retentionsraum eine Stellungnahme zu der Frage abzugeben, wie die Steuerung (Schwellenhöhe) auf das Schutzziel von 11,30 m Kölner Pegel optimiert werden kann. Mittlerweile liegt das Gutachten des Landesumweltamtes Nordrhein-Westfalen vom Dezember 2004 zu den Auswirkungen des Retentionsraumes Langel/Lülsdorf auf den Wasserstand am Kölner Pegel vor.

Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass mit der Planfeststellungsvariante der Polder zu früh gefüllt wird und beim Erreichen des Scheitels kein Rückhaltevolumen mehr zur Verfügung steht. Es sind daher keine Auswirkungen auf den Wasserstand am Kölner Pegel nachweisbar. Die Verwirklichung eines Bauwerkes mit einem steuerbaren Organ (z.B. Wehr) hätte hingegen bei dem mit 4,5 Mio. m³ geplanten Retentionsraum eine Reduzierung des Wasserstandes am Kölner Pegel um 3 cm bis 4,5 cm zur Folge.

(Nach den Berechnungen der BI Hochwasser Altgemeinde Rodenkirchen e.V. wären das bei einem Retentionsraumvolumen von 10 Mio. m³ am Kölner Pegel 7 cm bis 10 cm .)

Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse haben die Stadtentwässerungsbetriebe Köln, AöR und die Stadt Niederkassel nunmehr angekündigt, einen Änderungsantrag zum Planfeststellungsbeschluss für den Retentionsraum Langel/Lülsdorf bei der Bezirksregierung Köln einzureichen, wonach anstelle der festen Einlaufschwellen von 10,90 m Kölner Pegel bewegliche Wehrklappen treten sollen.

Die Auffassung der BI Hochwasser Altgemeinde Rodenkirchen e.V., dass der Polder in der planfestgestellten Variante mit einer festen Einlaufschwelle von 10,90 m Kölner Pegel im Falle eines Hochwassers keine Entlastung für die Kölner Stadtgebiete bewirkt, hat sich somit vollumfänglich bestätigt."

(GERHARD MÜLLER)

Links/Dokumente:
è Siehe auch: Fallstudie Polder Langel-Lülsdorf
è 25.10.2004 taz / Das Bett vom Rhein wird immer schmaler

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