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Pegel Köln vom 14.12.2018
295.00 cm Ganglinie Aktuell | Pegelarchiv
Letzter Stand: 11:30 Uhr
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Hochwasserübung 2010

Im folgenden wird der Ablauf der Übung, die in der praktischen Durchführung schon am 2. September begonnen hat, aus Sicht der BI-Hochwasser dokumentiert (und auch zum Teil schon vorläufig bewertet).

 Zur Vorbereitung siehe NEWS vom 31.08.2010


Donnerstag, 2. September

Morgens ist festzustellen: Sehr viele Autofahrer haben sich an das Halteverbot gehalten. Die Uferstraße ist weitgehend frei. Ausgerechnet an der sensibelsten Stelle (im Bereich zwischen Walther-Rathenau-Straße und Barbarastraße), wo der Hochwasserschutz zur Landseite hin verspringt und das Querschott montiert werden muß, stehen aber noch Fahrzeuge.

12:40 Uferstraße (Barbarastraße): Ein Ladekran-LKW der StEB trifft ein; die Situation am Querschott (Bauhäuser /km 682,5) wird inspiziert
12:45 Uferstraße (Barbarastraße): Zwei Fahrzeuge der Verkehrsüberwachung; Kontrolle der abgestellten Fahrzeuge beginnt
13:10 Uferstraße: Logistik-PKW und ein Auflieger, vollgepackt mit Gabelstaplern, beginnt Ecke Rathenaustraße mit dem Ausladen
Die Halteverbot-Kontrolle dauert an
15:00 Uferstraße (Querschott): Anliefern der Mobilelemente beginnt

 

gegen 18 Uhr
Uferstraße (Barbarastraße/W-Rathenau-Straße): Anlieferung beendet
Barbarastraße/Oststraße: Beschilderung (Sackgasse) aufgestellt
Barbarastraße: Gefahrenzonen-Grenze mit Info-Plakat markiert (auch in den übrigen zuführenden Straßen)

gegen 20:30 Uhr
Wachdienst ist anwesend


 Freitag, 3. September

Um 8 Uhr werden die Beobachter im Klärwerk Rodenkirchen eingewiesen. Es ist neblig und kalt

Vor Ort sind die Arbeiten schon in vollem Gange

 
 

11 Uhr: 1. Pressekonferenz am StEB-Zelt auf dem Hochwasserpumpwerk

[... in Arbeit; der Chronist war mehrfach auf einer Hochwasser-Schiffstour der regionale2010 mit Martin Stankowski unterwegs. Er hat vor jeweils etwa 300 Fahrgästen das Hochwasserschutzkonzept vom 1. Februar 1996 als einen der wichtigsten Beschlüsse des Kölner Rates herausgestellt. ]

 

Samstag, 4. September

Aus einer Mitteilung der StEB vom 03.09.2010:
"...Die Hochwasserübung in Köln Rodenkirchen ist mit Ablauf des morgigen Tages abgeschlossen, daher möchten wir Sie zeitnah und unmittelbar zu einem ersten Feedback und zu einer Auswertung der Ergebnisse der Übung im Rahmen einer weiteren Pressekonferenz einladen
Termin:           Samstag, 4. September 2010, 14:00 Uhr
StEB-Infozelt auf dem Gelände des Pumpwerkes Rodenkirchen
an der Uferstraße in Köln-Rodenkirchen


Erstes Fazit der BI-Hochwasser:

Die Übung war – was den Part der StEB und der unter ihrer Regie Mitwirkenden anbelangt – ein großer Erfolg und widerlegt die These, daß Verwaltungen oder verwaltungsähnliche Strukturen nicht lernfähig wären.

Die Fehler der Übung im letzten September in der Innenstadt sind von gestern. Der Lerneffekt geht weit über Rodenkirchen hinaus und ist für den Katatstrophenschutz der ganzen Stadt von nachhaltiger Wirkung, allein schon deshalb, weil die Logistikunternehmen, die in anderen Stadtteilen eingesetzt werden, an dieser Übung als lernende Beobachter beteiligt waren.

Die Hälfte der Übungsbeobachter stellte die BI, die auf diesen Weise ihre Ortskenntnis und ihr Wissen um die Abläufe bei vergangenen Hochwässern in den Dienst der Allgemeinheit stellte.

 

Krasser Gegensatz: die Arbeitshaltung der Verantwortlichen für die öffentliche Ordnung.

Im Vorfeld hatte die Beschlußfassung einer SchZVO* bereits für Unmut gesorgt und die BV2 zu einer Ergänzung veranlaßt, in der bei dieser Übung eine kritische Überprüfung der Verordnung unter Beteiligung der BI Hochwasser verfügt wird. Dieser Auftrag war am 17. Juni vom Rat der Stadt (Beschluß) übernommen worden. Die Leitung des zuständigen Dezernats der Stadt interessiert das offenbar einen feuchten Dreck: Nichts von dem Ratsbeschluß wurde umgesetzt, sogar die Information der Anwohner unterblieb.

Im Klartext: Denen gehen die Nöte der Bürger offensichtlich am … vorbei!

Das meiste an der Verordnung ist ohnehin das hirnlose Produkt ordnungswütiger Bürokraten, die keinen blassen Schimmer haben, was in den Menschen angesichts einer (möglicherweise unmittelbar) bevorstehenden Überflutung vorgeht.

Nichts gegen Vorsorge bei Gefahren. Die Betroffenen jedoch zwingen zu wollen, Kaminholz und Gartenmöbel ins Haus zu räumen und ihnen gleichzeitig zu verbieten, sich in den eigenen vier Wänden mit Nachbarn oder Freunden zur Krisenbesprechung zu treffen, ist ungefähr genauso intelligent wie die Wahnvorstellung, eine Massenpanik wie in Duisburg zu verhindern durch Bußgeldandrohung für jeden, der sich nicht umgehend entfernt...


*) Hochwasserschutzzonen-Verordnung, im Langtitel:

"Ordnungsbehördliche Verordnung über die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Bereich der mobilen Hochwasserschutzanlagen auf dem Gebiet der Stadt Köln"Bei Verstößen gegen die Bestimmungen sieht die Verordnung Bußgelder in Höhe bis zu 1000 Euro vor.