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Ein Klick - und der Rhein schwappt über

Dienstag, 16. März 2004 um 01:00 Uhr Wann gibt es die Risikokarten? - Eine unendliche Geschichte!

Kölner Stadt-Anzeiger 16. März 2004
Ein Klick - und der Rhein schwappt über

Frühestens im Herbst dürfen die Kölner mit dem seit langem angekündigten Bürger-Informationssystem rechnen.
VON PETER BERGER
Die Show war eindrucksvoll. Ein Mausklick am Computer, der Rhein klettert auf zwölf Meter Kölner Pegel, schwappt langsam über die Schutzwände, flutet die Köln-Messe, den ICE-Bahnhof Deutz-Tief, läuft durch den Tunnel der Stadt-Autobahn an der Frankfurter Straße bis Buchheim. Doch was Professor Ruiz Rodriguez im November 2002 bei einem Hearing von Hochwasser-Experten nach der Jahrhundert-Flut an der Elbe präsentierte, hat bis heute keine Folgen.
Die Computer-Grafiken, für rund 150 000 Euro vom Ingenieurbüro Rodriguez & Zeisler erstellt, stehen den Kölnern bis heute nicht zur Verfügung. Auch die aktuellen Hochwasserkarten, die spätestens Ende 2003 fertig sein sollten, fehlen immer noch. „Wir gehen davon aus, dass wir im zweiten Halbjahr 2004 so weit sind“, sagt Hubertus Oelmann, Chef der Stadtentwässerungsbetriebe. Das Datenmaterial stamme aus dem Jahr 1999, müsse aktualisiert und mit den Erfahrungen ergänzt werden, die man mit dem Rhein-Hochwasser der vergangenen Jahre gemacht habe. „Da ist die Kölnarena beispielsweise noch eine Baugrube, das CFK-Gelände unbebaut. Der Weißer Bogen wird in den Berechnungen schon bei 9,50 Meter überflutet, tatsächlich ist er bis 9,70 Meter sicher“, sagt Reinhard Vogt. Der Chef der Hochwasserschutzzentrale räumt auch ein, dass sich die Herausgabe der Karten auch aus Personalgründen verzögert. „Wir haben nur zwei Stellen und bräuchten dringend eine dritte.“ Zumal das Interesse an Hochwasser-Informationen seit der Jahrhundertflut an der Elbe stetig gestiegen ist: Versicherungen, Hauseigentümer, Makler, Mieter, Investoren - alle wollen wissen, ob und ab welchem Pegelstand sie gefährdet sind. „Wir werden aber erst dann mit dem Datenmaterial an die Öffentlichkeit gehen, wenn es gesichert ist und wir es mit entsprechenden Informationsveranstaltungen in den Stadtteilen begleiten können“, so Vogt. Der Hochwasserschutz-Gemeinschaft Köln geht das nicht schnell genug. Sie kritisiert zudem, die Stadtverwaltung beziehe das geplante Gesetz zum erweiterten Hochwasserschutz nicht in ihre Bauleitplanungen ein. Bestes Beispiel sei die geplante Bebauung des Mülheimer Hafens, so Gerhard Müller. Das Mülheimer Projekt sei auch genehmigungsfähig, wenn man das neue Gesetz heranziehe, so Oelmann. „Die geplante Tiefgarage bietet genügend Retentionsfläche.“ Im Übrigen sei die Bebauung lange vor dem Gesetzentwurf beschlossen worden.

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