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Streit um Langeler Polder (KStA)

Donnerstag, 05. Februar 2004 um 01:00 Uhr [Kölner Presse schürt Unfrieden zwischen Bürgern + Stellungnahme der BI: "Holt uns hier raus!"]
Kölner Stadt-Anzeiger Stadtteile Porz 5. Februar 2004

Streit um den Langeler Polder

Die Pläne der Stadt Köln für den Bau des geplanten Langeler Polders haben zu einer Auseinandersetzung zwischen Bürgerinitiativen auf der linken und rechten Rheinseite geführt. Nach dem bisherigen Planungsstand will die Stadt auf einer bislang landwirtschaftlich genutzten Fläche ein Überflutungsgebiet für 4,5 Millionen Kubikmeter Wasser schaffen. Nach Ansicht der Rodenkirchener Bürgerinitiative wäre ein doppelt so großes Flutungsgebiet möglich, dass vor allem auch der linksrheinische Kölner Süden dann noch besser vor den Fluten des Stromes geschützt wäre. Die Initiative hat deshalb gegen den Planfeststellungsbeschluss Klage eingereicht.
Gegen die Argumentation der Rodenkirchener wendet sich die "Konzertierte Bürgerbewegung Lülsdorf, Ranzel, Langel". Ihr Sprecher Uwe Olufs sagt: "Theoretisch ist ein größerer Polder natürlich wünschenswert. Doch abgesehen, dass diese große Lösung schon vor vielen Jahren von den Fachleuten wegen Altlasten in Zündorf verworfen wurde, sie hätte für die Menschen in Langel und Lülsdorf einen entscheidenden Nachteil."
In den Entwürfen für die offiziell als Variante 3 bezeichnete "große Polder-Lösung" wird die Kreisstraße 22 zwischen Langel und Lülsdorf überplant. "Eine von zwei Straßenverbindungen von und nach Lülsdorf verliefe dann durch das Retentionsbecken, das ist nicht akzeptabel", erläutert Olufs die Position der Bürgerbewegung. Um für die Position der Menschen im Rechtsrheinischen zu werben, hat Olufs einen Vertreter der Rodenkirchener Initiative zu einem Ortstermin nach Langel, Lülsdorf und Ranzel eingeladen. (pf)

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Wie es so ist – ein Bericht im Kölner Stadt-Anzeiger kann einfach nicht richtig sein. Folglich ist wieder mal Korrektur und Widerspruch angesagt:
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Betrifft:
„Streit um den Langeler Polder“ (pf)
STELLUNGNAHME DER BÜRGERINITIATIVE -
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STREIT???
Ob der Fakt, dass verschiedene Gruppen von Bürgerinnen und Bürgern unterschiedliche Interessen haben, gleich ein „Streit“ und eine „Auseinandersetzung“ ist, sei einmal dahingestellt.
Und dass wir miteinander sprechen werden, ist doch ernsthaft keine Meldung wert, oder?

Zur Sache:

• „Doppelt“ so großer Polder wäre schön, „annähernd doppelt“ realistischer.
• Nicht die Bürgerinitiative Rodenkirchen klagt, sondern fünf Betroffene von Sürth im Süden bis Alt-Rodenkirchen im Norden haben Klage eingereicht. [Einem Verein wird nach geltendem Recht keine Klage zugestanden. Aber das wissen Sie sicher.] Natürlich steht der Verein dahinter.
• Wenn den Lülsdorfern bei Extremhochwasser noch eine Straße zur Evakuierung [oder zum Einkaufen] offen bleibt, sollten sie froh sein, linksrheinisch in Rodenkirchen bleibt keine Straße mehr frei.
• Der [erfolgreiche] Widerspruch würde auch Vorteile bedeuten: Jetzt soll der Polder bei 10,90 m Kölner Pegel volllaufen, nach Forderung der Kläger erst bei 11,25 m KP (statt statistisch ca. alle 70 Jahre dann knapp alle 100 Jahre). Das wünschen sich die die Lülsdorfer ebenso wie die Landwirte. (Dann übrigens, und erst dann wäre bewusste Straße betroffen!)
• Die Kläger wollen Gleichbehandlung: In Weiß soll der Deich unmittelbar vor die Häuser, in Niederkassel ist die Bezirksregierung großzügig und „verschenkt“ Millionen von Kubikmetern.
• Das Verfahren war nicht rechtens: Statt der von Gesetz wegen vorgeschriebenen Abwägung des „überwiegenden Wohls der Allgemeinheit“ genügt der Bezirksregierung das „große Konfliktpotential“ im Falle der großen Poldervariante (auf gut deutsch: keine Lust zu arbeiten!).
• Die vielleicht nötige Sanierung einer Deponie wäre allemal billiger als 350 Millionen Euro Schäden in historisch gewachsenen Wohnvierteln.

P.S. Hätten wir nicht unsere „IMs“ im Rechtsrheinischen, wüssten wir nix von dem Bericht. So viel zur freien Verfügbarkeit von Information und der Politik des KStA: Divide et impera! Bürger soll halt dumm bleiben.
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[Für Nicht-Eingeweihte der Kölner Medien- und Klüngelpraxis: Zahllose wichtige überregionale Nachrichten werden in Stadtteilausgaben geschickt verteilt, so dass kaum jemand die ganze Lage zu Gesicht bekommt. Es sei denn, er hat ein privates Informationssystem ...]
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Schöne Grüße aus dem Südwesten,
BI Hochwasser Köln-Rodenkirchen

(QUELLEN: KSTA / BI-HOCHWASSER)