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Entspannung - Kommentar von Peter Berger (KStA)

Montag, 19. Januar 2004 um 01:00 Uhr
[Nebst einer Stellungnahme der BI zum Kommentar] siehe unten

Kölner Stadt-Anzeiger - 19. Januar 2004

Entspannung

VON PETER BERGER

Wenn die schärfsten Kritiker der Hochwasser-Politik plötzlich lobende Worte für die Stadt finden, kann deren Arbeit so schlecht ja nicht sein. Es hat die Hochwasser-Schutzgemeinschaft Rodenkirchen offenbar schwer beeindruckt, dass es den Stadtentwässerungsbetrieben, die seit Januar für den Hochwasserschutz zuständig sind, binnen fünf Tagen gelungen ist, 55 000 Euro locker zu machen, um durch den Ankauf von zusätzlichen Aqua-Barrier-Elementen den provisorischen Schutz für das Auenviertel um 30 Zentimeter zu erhöhen.
Es sei dahingestellt, ob die Stadtverwaltung, namentlich das Baudezernat zu Zeiten von Bela Dören, in den letzten Jahren beim Hochwasser tatsächlich so desolat gearbeitet hat wie die Initiative kritisiert. Immerhin ist das Hochwasser-Schutzkonzept unter ihrer Federführung entstanden.
Die Tatsache, dass die Stadtentwässerungsbetriebe jetzt mächtig Druck machen, um das 400 Millionen Euro schwere Gesamtpaket möglichst schnell in die Tat umzusetzen, wird von den Rhein-Anwohnern mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen. Es sind aber auch die kleinen Schritte wie der schnelle Kauf von ein paar Wasserschutz-Elementen oder ein neuer Internet-Auftritt der Hochwasserschutzzentrale mit aktuellen Pegelständen und einer Webcam, die für Vertrauen und Entspannung sorgen. Denn genau das wird gebraucht, wenn sich die Hochwasserlage wieder mal zuspitzen sollte.

www.ksta.de/artikel.jsp

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E-Mail an die Redaktion des Kölner Stadt-Anzeigers:

Sehr geehrter Herr Berger,
vielen Dank für die unverhoffte Aufmerksamkeit für die Arbeit der ehrenamtlichen Bürgerinitiative. Für das Resümee Ihres Kommentars können wir uns durchaus erwärmen.

Ihr Beitrag enthält jedoch drei Missverständnisse:

1. Sie schreiben, dass die Arbeit der kritisierten Verwaltung so schlecht ja nicht sein könne, wenn wir diese jetzt loben.
Das ist keineswegs so: Wir sind nach wie vor der Meinung, dass die Arbeit bisher sehr zu wünschen übrig ließ, jetzt aber Anzeichen für Hoffnung da sind.

2. Ihr Kommentar suggeriert, dass das Hochwasserschutzkonzept unter der Federführung von Prof. Béla Dören entstanden sei.
Das ist falsch: Das Konzept ist in der Amtszeit des damaligen Tiefbaudezernenten Hubertus Oelmann entstanden. Prof. Béla Dören hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass ihm die Übernahme der Verantwortung für den Hochwasserschutz eher lästig war.

3. Sie schreiben, dass die Hochwasserschutzzentrale in Internet neuerdings mit aktuellen Pegelständen aufwarte.
Das ist falsch, wenn auch zukünftig beabsichtigt. Richtig ist, dass die Website der BI Hochwasser derzeit stündlich aktualisierte Pegelstände verbreitet. Dies – so unsere Vermutung – könnte ständiges Anrufen bei der Stadt für viele überflüssig machen.

Erlauben Sie uns, exemplarisch daran zu erinnern:
Im August 2002 trat Prof. Béla Dören unter dem Eindruck des Elbehochwassers und der massiven Kritik mit einem „Sofortprogramm“ an die Öffentlichkeit, das innerhalb von 9 (neun) Monaten begonnen sein sollte. Der Stadtanzeiger hat ausführlich und anerkennend darüber berichtet.
Was war das? – Unter anderem eine Maßnahme in Westhoven, die schon 1996 im Hochwasserschutzkonzept als „Sofortmaßnahme“ enthalten war, und der vorgezogene Deichbau an der Uferstraße im Rodenkirchener Auenviertel.
Was ist in Rodenkirchen passiert? – Nichts, rein gar nichts. Bis heute – 16 Monate nach der Ankündigung – ist kein einziger Spatenstich erfolgt. (Anderswo schon, z.B. im Rheinauhafen...). Über diese Tatsache hat der Stadtanzeiger nicht berichtet.
Wenn nun Hubertus Oelman sagt, er wolle alles daran setzen, im Frühsommer mit den Bauarbeiten zu beginnen, könne es uns aber nicht sicher versprechen, so halten wir das für glaubwürdiger als die gesammelten Versprechungen seines Vorgängers.
Warum?
Nun - ebenfalls vor mehreren Jahren hat die Bürgerinitiative den Beigeordneten Prof. Béla Dören eindringlich gebeten, die paar Euro für erhöhte AQUA-BARRIER – Elemente lockerzumachen. Das wurde zugesagt. Passiert ist nichts.
Genau das hat das Team Oelmann-Vogt-Wieczorrek in wenigen Tagen geschafft.

Wir wollten Ihnen an diesen Beispielen darlegen, dass es substantielle Gründe für einen begründeten Optimismus gibt.

Mit freundlichem Gruß
Thomas Kahlix
(Stellv.Vorsitzender der BI Hochwasser Köln-Rodenkirchen)
Gesendet: Montag 19.01.2004 22:42